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März 13th, 2009
"Sogenannte Killerspiele"
Published on März 13th, 2009 @ 22:48:47 , using 431 Wörter, 189 Ansichten
Eins vorweg:
Mein Beileid gilt den Familien und den Freunden der Opfer des Amoklaufs von Winnenden.
Trotz Urlaub habe ich in den letzten Tagen mehr Zeit vorm Fernseher verbracht, statt am PC in meinem "Killerspiel" Menschen, Dunkelelfen und Grünhäute abzuschlachten.
Entschuldigung für die provokante Einleitung, aber wenn ich die Phrase "sogenannte Killerspiele" noch einmal im Fernsehen höre wird mir schlecht. Ich weiß leider nicht, welcher geistig gesunde Mensch dieses Unwort geprägt hat.
Es ist wichtig, das solche Themen aufgearbeitet werden. Aber: die Berichterstattung der Medien über "Killerspiele" und deren Spieler ist in den meisten Fällen unsachlich. Aus meiner Sicht ist das teilweise schon Volksverdummung und Propaganda.
Alleine das Wort "Killer" erweckt bei jemandem, der diese Spiele nicht kennt, vorab ein negatives Bild, bevor man überhaupt über diese berichtet hat. Außerdem wird in vielen Berichten der Eindruck erweckt, das Computerspiele die alleinige Ursache für diese Amokläufe sind. Natürlich mögen die Spiele in manchen Fällen auch eine Rolle spielen, genau wie die tägliche Gewalt im Fernsehen oder in Kinofilmen. Aber man muss immer das Gesamtbild betrachten, wie z.B. die Persönlichkeit des Einzelnen oder sein Umfeld. Ich wehre mich gegen diese verallgemeinerte Vorab-Verurteilung der Computerspiele(r).
Der Computerspieler ist in diesen Berichten ein Mensch, der im "richtigen Leben" gescheitert ist und jetzt am Computer in eine Parallelwelt geflüchtet ist. Er hat im "richtigen Leben" keinen Kontakt mehr zu seinen Freunden (wenn er noch Freunde hat), verbringt jeden Tag mindestens 8 Stunden am Computer und ernährt sich nur von Fast Food. Das Haus verlässt er fast gar nicht mehr, er verschiebt alles andere im Leben zugunsten seiner Computerzeit.
Yo, so einfach kann das sein. Unsere Medien - und nicht zu vergessen unsere gebildeten Politiker - klären uns auf. Was würden wir nur ohne sie machen?
Diese einseitige und unseriöse Darstellung in den Medien geht mir echt auf den Senkel, da auch ich seit Jahren Computerspiele zocke. Und das war vor meiner MMORPG-Zeit (die Abkürzung wird den meisten Politikern und Journalisten wahrscheinlich nichts sagen - sind das auch "Killerspiele" oder nicht?) vor allem "Half-Life", ein Ego-Shooter. Ich fühle mich direkt angesprochen und bin enttäuscht, wie unfähig unsere Gesellschaft ist mit solchen Themen SACHLICH umzugehen.
Ich hoffe, das sich z.B. Eltern, deren Kinder ihre Freizeit mit Computerspielen verbringen, sich sachlich darüber informieren und die Berichte der Medien hinterfragen.
Maehman hatte bereits am Mittwoch einen Beitrag zur ARD-Sendung "Hart aber fair" geschrieben. In der Sendung ging es natürlich auch um "Killerspiele".
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